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About

Auf Meine Klasse berichte ich, ursprünglich Gymnasiallehrerin, über meinen Alltag als Lehrerin an einer sogenannten Brennpunktschule. Eine Haupt- und Realschule, die mich viel zu häufig an meine Herkunftsschule erinnert. 

Über meinen eigenen hindernisreichen Weg zum Uniabschluss, die Frustration über ein milieugeprägtes Bildungssystem und die Wut über fehlende Chancengleichheit möchte ich euch erzählen. Bitte setzt euch.

 

"Haben Sie Scheiße gebaut?"
Wie ich vom Gymnasium zur "Brennpunktschule" gekommen bin. 

Wenn ich meinen Schüler:innen erzähle, dass ich eigentlich Gymnasiallehrerin bin, dann vermuten die meisten, dass ich mich irgendwie daneben benommen haben muss. „Haben Sie Scheiße gebaut?“, werde ich dann gefragt.
Was sie selbst (und übrigens auch viele aus meinem Umfeld) als Strafe empfinden, fühlt sich für mich zum Glück gar nicht danach an. Im Gegenteil. Ich liebe die Schule, an der ich jetzt seit über einem Jahr unterrichte. An der ich meine eigene Klasse und alle anderen kennenlernen und erleben darf, über die ich hier schreibe. Die Schule, die mich meiner eigenen Biografie wieder ein Stück näher gebracht und mich zu diesem Blog bewegt hat.
Und ich habe auch das Gymnasium geliebt, an dem ich vorher mein Referendariat gemacht habe, weil ich die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liebe, egal an welcher Schule.
Love ist also all around und immer das, was mich dranbleiben lässt.
Der Grund für meinen Wechsel an die „Brennpunktschule“ ist also zur Enttäuschung meiner Schüler:innen gar nicht so spannend: Die Stellen an süddeutschen Gymnasien sind knapp, meine Fächer beliebt, ich habe einfach keinen Job gefunden bisher. An der Haupt- und Realschule kann ich allerdings auch nicht für immer bleiben, weil ich mit dem Gymnasiallehramt nicht die richtige Lehrbefähigung habe. So arbeite ich mich jetzt von befristetem zu befristetem Vertrag, mache bald eine Wechselprüfung, oder gehe zurück ans Gymnasium, wenn es sich ergibt. Ich weiß es noch nicht. Was ich sicher weiß ist, dass es überall Chancen gibt, Ungerechtigkeit, Gutes und Schlechtes. Ich weiß, dass man immer was bewegen kann und dass sich alles bewegt. Ich liebe meinen Job und die Teenies, und ich hoffe echt, keine Scheiße zu bauen.